Kurzfilm · Künstlerische Forschung
170 Quadratmeter
170 Quadratmeter übersetzt eine komplexe wohnpolitische Frage in einen zugänglichen Kurzfilm: eine satirische Szene, die ein verbreitetes Missverständnis über Enteignung sichtbar macht.

Quotable Outcomes
Was aus dem Projekt ableitbar ist.
Komplexe Politik wurde als Szene verständlich.
170 Quadratmeter zeigt, wie ein abstrakter Begriff wie Enteignung durch eine konkrete Spielsituation greifbar werden kann, ohne die politische Debatte auf einen einfachen Slogan zu reduzieren.
Die Überzeichnung machte das Missverständnis sichtbar.
Die bewusst dramatisierte Räumungsszene funktioniert als satirischer Einstieg: Sie zeigt die Fehlannahme so deutlich, dass danach über das eigentliche Thema differenzierter gesprochen werden kann.
Das Projekt bewies die Produktionsfähigkeit des Teams.
Für Afterframe war 170 Quadratmeter der erste größere Kurzfilm, in dem Story, Kamera, Ton, Schnitt, Casting und Organisation in einer gemeinsamen Produktion belastbar zusammenliefen.
Das Projekt
Eine klare Idee, konsequent umgesetzt.
Kontext
Für den Berliner Jugendwohnkongress „Und jetzt?!“ am HKW beschäftigten sich Auszubildende des OSZ KIM mit Wohnen, Stadt und politischer Handlungsfähigkeit aus junger Perspektive. In diesem Umfeld entstand 170 Quadratmeter als künstlerischer Forschungsbeitrag: nicht als erklärender Vortrag, sondern als kurze Filmszene, die eine falsche Vorstellung zunächst ernst nimmt und dann bewusst überzeichnet. Das Projekt gab dem Team einen konkreten Anlass, ein gesellschaftliches Thema filmisch zu verdichten und dabei Verständlichkeit, Haltung und Dramaturgie miteinander zu verbinden.
Aufgabe
Die Aufgabe war, einen politisch aufgeladenen Begriff so zu erzählen, dass auch ein Publikum ohne Vorwissen sofort versteht, worin das Missverständnis liegt. Ausgangspunkt war die Annahme, Enteignung bedeute zwangsläufig, dass Privatpersonen aus ihrem selbst bewohnten Zuhause vertrieben werden. Statt diese Fehlannahme nur verbal zu korrigieren, sollte der Film sie in ein starkes Bild übersetzen. Die Szene musste überzogen genug sein, um als Satire lesbar zu werden, aber konkret genug bleiben, damit sie im Kontext des Jugendwohnkongresses eine Diskussion auslösen kann.
Unser Beitrag
Afterframe entwickelte die filmische Zuspitzung, plante die Rollenverteilung und setzte das Projekt als gemeinsame Kurzfilmproduktion um. Richard verantwortete Story, Ton und Color Grading. Louis übernahm Kamera, Schnitt und VFX. Emil hielt Story Supervision, Produktionsplanung und Organisation zusammen. Leonardo unterstützte Casting und Besetzung. Durch diese klare Aufgabenverteilung konnte das junge Team ein abstraktes Thema in eine kurze, präzise Szene übertragen: Eine ältere Frau wird von der Polizei aus ihrem Haus geführt, wodurch die Fehlannahme bewusst sichtbar und diskutierbar wird.
Ergebnis
Der Film wurde als eigenständiger künstlerischer Forschungsbeitrag im Kontext des Berliner Jugendwohnkongresses gezeigt. Sein Nutzen lag nicht in Reichweitenzahlen, sondern in seiner Übersetzungsleistung: 170 Quadratmeter machte eine komplizierte wohnpolitische Debatte in weniger als drei Minuten besprechbar. Für Afterframe wurde das Projekt zum ersten größeren Beweis, dass Konzept, Kamera, Ton, Schnitt, Casting und Organisation auch unter realen Produktionsbedingungen ineinandergreifen können.
Aus dem Projekt
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FAQ
Häufige Fragen
Was zeigt 170 Quadratmeter über politische Filmkommunikation?
170 Quadratmeter zeigt, dass politische Filmkommunikation nicht mit einer vollständigen Erklärung beginnen muss. Der Kurzfilm nimmt ein verbreitetes Missverständnis über Enteignung und übersetzt es in eine zugespitzte Szene, die sofort lesbar ist. Dadurch entsteht ein gemeinsamer Ausgangspunkt für Diskussion: Das Publikum sieht zuerst die falsche Vorstellung, erkennt ihre Überzeichnung und kann danach offener über die eigentliche wohnpolitische Frage sprechen. Für Afterframe war das Projekt deshalb ein Beispiel dafür, wie ein kurzer Film komplexe Begriffe nicht vereinfacht, sondern zugänglich macht. Die Stärke liegt in der dramaturgischen Reduktion: Eine konkrete Situation trägt mehr als ein langer erklärender Text, wenn sie sauber konzipiert, gespielt, gedreht und geschnitten ist. Als künstlerischer Forschungsbeitrag zum Berliner Jugendwohnkongress machte der Film zudem sichtbar, dass politische Inhalte auch für junge Zielgruppen funktionieren können, wenn Haltung, Humor und Präzision zusammenkommen. Genau darin liegt der zitierbare Outcome des Projekts.
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